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Sehen - was ist das? Sehen - was heißt das?

Ungefähr 80% aller Informationen über uns und unsere Umwelt erfolgen über den Sehsinn. Im Gegensatz zum Tastsinn, der einzig in greifbarer Nähe wirken kann, erfahren wir sehend auch, was in der näheren und weiteren Ferne vor sich geht.
Die visuelle Sensibilität gehört zu den angeborenen Eigenschaften, die es zeitlebens zu entwicklen gilt.

Sehen ist eine Synthese verschiedener Vorgänge: Optische Reize werden aufgenommen, voneinander unterschieden, mit früheren Erfahrungen verknüpft und gedeutet.
Sehen ist immer subjektiv: Keine zwei Menschen sehen die Welt gleich. Jede und jeder erlebt die Begegnung mit "Bildern" anders. Dass dem so ist, hängt von kulturellen, sozialen und individuellen Voraussetzungen und Erfahrungen ab (z.B. unterscheiden gewisse Kulturen die Farben Blau und Grün nicht).

Was wir sehen wird von unserem Standpunkt bestimmt. Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern so, wie wir sind ...
Ein einzelner Augen-Blick kann zur Antwort für ein ganzes Leben werden. Sehen kann in jedem Moment und von Mensch zu Mensch verschieden sein.

Das Auge ist ein Fenster zur Welt.

Die Beschäftigung mit dem Sehsinn soll anregen zur aktiven Betätigung mit Flächen, Linien, Farben, Formen, Strukturen, Texturen, Bewegungen, Rhythmen, Räumlichkeiten, Stimmungen, Kontrasten, Zusammenhängen, Zeichen und Symbolen.
Voraussetzung dafür ist ein Klima, in dem sich Selbstvertrauen bilden kann, eine Atmosphäre, die es möglich macht, eine eigene Sicht zu entwicklen. Spiele könnnen Ängste abbauen helfen und dazu beitragen, gewohnte Betrachtungsweisen zu hinterfragen.